In der 2. KonScience-Folge geht es um frohe Botschaften von der Konstanzer Uni, andere interessante Neuigkeiten, und um Katrins Projekt "Kommunikation von Diatomeen und Bakterien in Biofilmen". "Krabbelgruppe" weil Mariëlles Podcastraum unter'm Dachfirst eingerichtet ist, sodass man sich darin nicht aufrecht fortbewegen kann.
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Sendungsnotizen
Auflösung des Kuriosums
- Wie genau stirbt ein Mensch, der in ein schwarzes Loch fällt?
- Klassische Erklärung: Spaghettisierung
- Neue Idee: Verbrennen durch am Ereignishorizont emittierte, energiereichere Strahlung als die schon bekannte Hawking-Strahlung
Wissenschaftsnachrichten
Selbstmedikation in Tieren auch in Wirbellosen beschrieben
- Roode JC de, Lefèvre T, Hunter MD (2013) Self-Medication in Animals. Science 340: 150–151
- Antwort auf Parasiten z.B. Aufnahme von Nahrung mit vielen/bestimmen Sekundärstoffen, aber geringem Nährwert
- teilweise erlernt, teilweise angeboren
- bisher höhere geistige Fähigkeiten angenommen
- möglicher Faktor im Bienensterben: Züchtungen die weniger Pflanzenharze sammeln, sind anfälliger für Parasisten
Kommunikation & Sozialkompetenz von Kleinkindern blinder Mütter
- Wie entwickeln sich die Kommunikationskompetenzen von Neugeborenen, wenn die Kommunikation mit den Eltern gestört ist (Blindheit der Mutter)?
- Die Kinder verhielten & entwickelten sich normal, und standen gegenüber Kindern sehender Eltern nicht zurück
- Jedoch, sie folgten dem Blick ihrer Mütter seltener & hatten weniger Augenkontakt mit ihr als mit anderen Personen)
- In späteren Stadien zeigte sich, dass die Kinder blinder Mütter häufiger über Sprache/Laute kommunizierten, und im Gegensatz zu Kindern sehender Mütter ein besseres visuelles Gedächtnis und eine höhere Aufmerksamkeit besaßen
- Fazit: Spezialisierung auf unterschiedliche Kommunikationsstrategien für unterschiedliche Personen, Unterscheidung dominanter Kommunikationsformen
- Im Gegensatz zu Kindern, die blind geboren werden, oder solchen, denen soziale Kontakte im Frühalter entzogen werden, entwickeln sich die Kinder blinder Mütter völlig normal
- Senju A, Tucker L, Pasco G, Hudry K, Elsabbagh M, et al. (2013) The importance of the eyes: communication skills in infants of blind parents. Proc R Soc B 280
Tierschutz-Forschungspreis für Prof. Leist
- Verdienste: Forschung an Alternativen Methoden zur Chemikalientestung & Koordination des “Center for Alternatives to Animal Testing“
- Problem: EU-Richtlinie REACH erfordert viele Neu- und Nachtests von Chemikalien => viele Tierversuche, deren Ergebnisse nicht unbedingt auf Menschen übertragbar sind
- Zellkultur-basierte Tests => kein Verbrauch von Versuchstieren
- menschliche, oder gar individuelle Zellkulturen => höhere Relevant der Tests für Patienten
- http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/presseinformationen/2013/38/
Quastenflossergenom veröffentlicht
- Amemiya CT, Alföldi J, Lee AP, Fan S, Philippe H, et al. (2013) The African coelacanth genome provides insights into tetrapod evolution. Nature 496: 311–316
- Eigentlich dachte man ja, die seien vor 70 Mio Jahren ausgestorben, bis dann einer in 1938 auf einem südafrikanischen Fischmarkt aufgetaucht ist
- Bis heute hat man erst 309 Individuen zweier Arten gefunden: Komoren-Quastenflosser (Latimeria chalumnae) und Menado-Quastenflosser (L. menadoensis)
- Da die heutigen Arten denen von vor 70-300 Mio. sehr ähnlich sind, scheinen sie langsam zu evolvieren: Das Genom könnte also Rückschlüsse auf die Entstehung der Tetrapoden ermöglichen
- Fazit 1: Quastenflosser sind tatsächlich langsame Evoluzzer, der Grund dafür ist noch unbekannt. Was nicht heißt, dass sie nicht evolvieren ;)
- Fazit 2: Der Quastenflosser ist NICHT der nächste Verwandte der Tetrapoden, sondern der Lungenfisch
- Quastenflosser sind für die weitere Erforschung der Landwirbeltiere dennoch wichtig, da Lungenfischgenome kompliziert zu sequenzieren sind
Thema: Katrins Projekt “Kommunikation von Diatomeen und Bakterien in Biofilmen”
- Diatomeen = Kieselalgen
- verantwortlich für ca. 20% der marinen CO2-Fixierung
- einzellige Eukaryoten
- Silikatschale
- Planktonblüten
- Marielle frägt: Was ist ein Biofilm, und wie können Bakterien überhaupt kommunizieren?
- Biofilm = Lebensraum von und für Mikroben
- Zusammengehalten durch extrazelluläre polymere Substanzen (EPS): Kohlenhydrate, Proteine, Fette, DNA => “Schleim”, den die Zellen absondern
- Mikrolebensräume mit teilweise sehr unterschiedlichen Bedingungen zum umgebenden Wasser: Resistenz, Nährstoffanreicherung, etc.
- speziell phototrophe Biofilme: Symbiose von photosynthetischen und heterotrophen Organismen (siehe Bäume und Pilze im Wald)
- Quorum sensing? Alle Zellen produzieren ein bisschen Signalsubstanz; Detektionsschwelle viel höher => Detektion der Populationsgröße
- Vorläufer zu Mehrzelligkeit?
- Teilprojekte:
- Untersuchung von Bakterienstämmen, die Exkretion von EPS in Diatomeen induzieren
- Weiterentwicklung eines Inkubators zur sterilen Kultivierung von Biofilmen
Laberecke
- Feuerwehrübungen
- Studentenfutter: Fertigpizza selber machen
- Teig kaufen oder in Masse vorbereiten und einfrieren (Experimentidee: ausgerollte Teigportionen auf Backpapier einfrieren)
- Tomatensauße, Rucola, Feldsalat frisch drauf
- gefrorenes Käse-Schinken-Zwiebeln-Gemisch drauf
- Vorbereitung: Komponenten nacheinander in Tüte einfrieren,
- ohne Vorheizen für ~15min bei ~250°C backen (Umluft, nur Unterhitze, alles einfach ausprobieren)