Wir haben uns einfach mal an die erste Folge gewagt! In dieser ersten Sendung bedanken wir uns erstmal bei den Hörern der allerersten Stunde und für das positive Feedback, das wir bisher erhalten haben. Im unserem Block "Wissenschaftsnachrichten" widmen wir uns drei Veröffentlichungen zu den Themen Cybermobbing, der unerwarteten Gletscherschmelze in der Arktis im Sommer 2012, und auf welche Weise unser Gehirn uns manchmal absichtlich im Stich lässt. Anschließend erzählt Mariëlle ein bisschen über "Computational Ecology" und ihr momentanes Projekt. Wir hoffen, euch gefällt unsere erste Sendung und wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören!
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Sendungsnotizen
Wissenschaftsnachrichten
- Cybermobbing ist ein geringeres Problem als oft behauptet
- Pädagogische Hochschule Thurgau in Kooperation mit Universitäten Konstanz, Zürich & Bern
- Befragungen von Schweizer Siebtklässlern
- Mobbing im Internet nachgeordnet zu Mobbing in der Schule
- Anti-Mobbingmaßnahmen früh und direkt anwenden reduziert beides
- Sticca F, Ruggieri S, Alsaker F, Perren S (2013) Longitudinal Risk Factors for Cyberbullying in Adolescence. Journal of Community & Applied Social Psychology 23: 52–67
- Zielgerichtetes und absichtliches Vergessen
- Das Vergessen irrelevanter Informationen ist ein willentlicher Akt des Gehirns, um neue Kapazitäten schaffen zu können
- Dieses Vergessen zeigt sich auf neuronaler Ebene das durch eine Erhöhung des Energieverbrauchs im präfrontalen Cortex und eine verringerte Synchronisation zwischen Neuronengruppen.
- Der präfrontale Cortex ist ein aus vielen Gründen bedeutsamer Teil der Großhirnrinde, und spielt eben auch eine Rolle für das Gedächtnis.
- Ein direkter Zusammenhang konnte durch eine Stimulation des Vergessensprozesses nachgewiesen werden.
- publiziert im Journal of Neuroscience, die Homepage der Konstanzer Arbeitsgruppe findet sich hier
- Gletscherschmelze auf Grönland im Sommer 2012, trotz ständiger Bewölkung
- spezielle Wolkentypen: nahe am Boden
- dünn genug, um einfallendes Sonnenlicht durchzulassen
- dick genug, um abgestrahlte Wärme zurückzuhalten => lokale Treibhauseffekt
- auch im Rest der Arktis entdeckt => bisherige Klimamodelle könnten Erwärmung unterschätzt haben
- Bennartz R, Shupe MD, Turner DD, Walden VP, Steffen K, et al. (2013) July 2012 Greenland melt extent enhanced by low-level liquid clouds. Nature 496: 83–86
- Antarktis: keine Abwärtsspirale wie in Arktis (positive Rückkopplung)
- in 2010 sogar Rekordausdehnung der Eisfläche auf Meeresoberfläche
- Ironischerweise sorgt abschmelzendes Schelfeis dafür, dass sich eine Barriere gegen noch wärmeres, von Norden kommendes Tiefenwasser bildet (negative Rückkopplung).
- Gibt aber auch Regionen, wo es doch druchbricht, sodass Schelfeis massiv von unten abschmilzt, was die Barriere dann wieder verstärkt.
- Bintanja R, van Oldenborgh GJ, Drijfhout SS, Wouters B, Katsman CA (2013) Important role for ocean warming and increased ice-shelf melt in Antarctic sea-ice expansion. Nature Geosci advance online publication.
- spezielle Wolkentypen: nahe am Boden
Computational Ecology & Mariëlles Projekt
- https://vimeo.com/user12514646 und https://www.youtube.com/user/Movebank (Wobei die angesprochene Möwe tatsächlich in Helgoland, und nicht Finnland, zu ihrer Reise aufgebrochen ist. Aber das hatte mein Gehirn gewiss für irrelevant erachtet ;) )
- Eine Homepage gibt es auch: www.computational-ecology.com, und nicht zu vergessen natürlich Movebank
- Van Toor ML, Jaberg C, Safi K (2011) Integrating sex-specific habitat use for conservation using habitat suitability models. Animal Conservation 14: 512–520
- Die Tierdaten zum momentanen Projekt stammen von der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations), die sich auch für Biodiversität und durch Tiere verbreitete Krankheiten interessiert.
Kuriosum
- Wie genau stirbt ein Mensch, der in ein schwarzes Loch fällt (Nature)?