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KNS018 – Podcast am Ende der Nahrungskette

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...oder anders: was an Themen übrig bleibt, wenn die Großen das Feld schon abgegrast haben. Immer noch jede Menge neue Erkenntnisse! In der aktuellen Folge sind das außer dem Kalendarium für den 23. März ein Kommentar zu Riesenviren, die Konzentration von Plastikmüll in der Donau, sowie die empfundene Schönheit mathematischer Formeln. Des weiteren behandeln wir eine Studie zu Mehrwegflaschen, die genetische Veranlagung von Musikalität, sowie Eisenstaub als potentiellen Mitspieler beim Thema Eiszeit. Anschließend ergehen wir uns in der Besprechung eines Filmes und diskutieren ganz generell über Meeresschutzgebiete. Viel Spaß beim Hören!

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Creative Commons Attribution 3.0 Germany License ⬇ Downloads: MP3 (57 MB) AAC/M4A (48 MB) Opus (50 MB)
 
avatar Katrin
avatar Mariëlle

Sendungsnotizen


Kalendarium: 23. März

Wissenschaftsnachrichten

Schon wieder Riesenviren

  • Amöben zur Anzucht = spezialisierter Parasit, befällt vermutlich nix anderes
  • Logik: Ansteckendes Virus bleibt in Wirtspopulation aktiv; versackt nicht im Permafrost
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Plastik in der Donau

Schönheit liegt im medial-orbitofrontalen Kortex

  • Originalartikel: S. Zeki et al. (2014). The experience of mathematical beauty and its neural correlates. Frontiers in Human Neuroscience
  • Schönheit liegt im Auge des Betrachters: was ist eigentlich eine schöne mathematische Formel?
  • Eine Studie hat eine Umfrage bei Mathematikern gemacht, um herauszufinden, welche Formeln als schön gelten.
  • Anschließend wurden Mathematikern in einem fMRI-Scanner diese Formeln gezeigt.
  • Es war die gleiche Hirnregion besonders aktiv, die bei anderen Menschen auf schöne Kunst oder gute Musik reagiert (medialer orbitofrontaler Kortex), und das in Abhängigkeit der zuvor bewerteten Schönheit der Formeln.
  • Nicht-Mathematiker hatten beim Betrachten derselben Formeln sehr viel weniger Aktivität in diesem Bereich.
  • Als schönste Formel galt die Eulersche Formel
  • Gefunden bei Nature: Scientific American
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Flaschen greifen gute Ökobilanz von Mehrwegflaschen an

Musik liegt in den Genen

Historische Zeitschriften aus dem Bodenseeraum jetzt Open Access

Eis(en)zeit

  • Originalartikel: A. Martínez-García et al. (2014). Iron Fertilization of the Subantarctic Ocean During the Last Ice Age. Science
  • Die Eisendüngungshypothese existiert seit den 1980ern: Eisenhaltiger Staub wird per Wind im Ozean deponiert -> ‘Explosion’ des Algenwachstums -> CO2 wird aus der Atmosphäre in Biomasse umgelagert -> geringerer Treibhauseffekt, kühlere Temperaturen -> Eiszeit?
  • Bisher konnte gezeigt werden, dass Eisenreichtum im Sediment mit großer biologischer Produktivität zeitlich zusammenfiel
  • Neue Studie an Bohrkern aus der subantarktischen Zone bringt Eiszeiten, Produktivität (über Stickstoff-Isotope in Foraminiferen-Schalen) und Eisendüngung zusammen
  • Es fiel ein starker Zusammenhang zwischen durch Winde eingebrachtem Eisen, biologischer Produktivität, und der Menge des konsumierten Stickstoffes
  • Dieser Fingerprint kann etwa 50% der Variation des CO2-Gehaltes der Atmosphäre in den letzten 160’000 Jahren erklären. Doch was war für die anderen 50% der Variation verwantwortlich?
  • Unsere Meinung: Schwer vorstellbar, dass Eisendüngung Eiszeiten verursachte, da das Eisen aus trockengefallenen Sedimenten stammte.
  • Gefunden bei Science News
  • Abspielen

Nachtrag: Meeresschutzgebiete (Dank an Markus)

  • siehe KNS008 & KNS012
  • speziell diesmal: größtes Netz mariner Schutzgebiete rund um Australien geplant
  • Film: Drawing the Line (2013) kritisiert großflächige Einrichtung mariner Schutzgebieten rund um Australien (“Marine Protected Areas” & “Marine Bio-Regional Planning Process”): Fischereiverbot unabhängig v. wissenschaftlich nachgewiesenem Schaden & erwartbarem Nutzen
  • stellt Notwendigkeit grundsätzlich infrage: “nur 70 v. 1500 bedrohten Arten sind marin, nur 12 davon haben geringe Wanderradien, nur 2 davon werden kommerziell genutzt” & derzeitige Fangmethoden” 1 Tuna-Haken/Quadratmeile ist nachhaltig”
  • Bsp. Thunfisch: Fangquote entspricht nur 10% des Konsums => Import aus Südostasien => Externalisierung der Umweltzerstörung (Nationalismus, Protektionismus)
  • 300 Mio AUD für Einrichtung; gleichzeitig: Diskussion, ob Schutz stark bedrohter Arten noch sinnvoll ist (“cut them loose”)
  • Gefahr der Augenwischerei: Reservat ist da, alle Probleme gelöst!!!
  • Verlagerung & Intensivierung der restlichen Fischerei
  • Wissenschaftliche Korruption: Geld wird in Problemforschung gesteckt, anstatt in Grundlagenforschung, ob überhaupt ein Problem besteht; Negativergebnisse nicht veröffentlicht
  • Bootsgröße egal, Netzgröße egal. Wichtig: gefangene Biomasse & Fundament der Quote
  • Fabrikschiff sinnvoll, wenn Hafen-gebundene Kleinfischer nicht ohne Qualitätsverlust anlanden können => Fischmehl als Resteverwertung
  • Fabrikschiff: direktes Einfrieren = hohe Quali
  • Grünenwähler leben vor allem in Großstädten, aber wollen ländlichen Regionen mehr Umweltschutz vorschreiben.
  • Vergleich: Fisch mit Vieh auf Basis von Süßwasserverbrauch, Bodenerosion, Antiobiotika… Aber nicht verglichen mit Wild.
  • Australian Marine Alliance dazu
  • Green Left Weekly dazu: Marine Parks = totales Nutzungsverbot, außer Transport & Militär; Reservate: nur einige Fischereitechniken verboten
  • Pew Environment Group-Australia dazu: “Parks notwendig zum Schutz einheimischer, bedrohter Arten”
  • Sydney Morning Herald dazu
  • Radiolab dazu
  • Smith ADM, Smith DC, Haddon M, Knuckey IA, Sainsbury KJ, et al. (2014) Implementing harvest strategies in Australia: 5 years on. ICES J Mar Sci 71: 195–203.: Harvest strategy =  Bestandsstatus bestimmt Fischereiquote nach definierten Regeln (z.B. % Biomasse)
  • grüne Großstädter: Sehnsucht nach einfachem Leben, einfacher Arbeit & Natur?
  • Lobby aufdröseln: vernünftige Fischer (Familienbetriebe?), Fischereiindustrie, Bootsindustrie, Sport, etc.
  • “Ablass” der AU-Regierung für Umweltverschmutzung an Land durch Bergbau?
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