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KNS012 – Tough Times All Around

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Wissenschaft hat nicht immer damit zu tun, Großartiges zu suchen und finden, und so kann es vorkommen, dass viele Forschungsergebnisse nicht gerade zum Jubeln einladen. In dieser Folge von KonScience häufen sich diese Art von Meldungen: Was geschieht mit dem Plastikmüll, der im Ozean landet statt in Abfallanlagen? Wie hoch sind die Chancen, neue energieeffiziente Materialien zu finden? Naturschutzmaßnahmen verfehlen auch mal ihr Ziel, oder werden schon im Keim erstickt. Doch glücklicherweise hatte die Wissenschaftslandschaft der letzten Woche auch ein paar Lichtblicke zu bieten, oder zumindest Studien, über deren Aussagekraft man schmunzeln kann. Darüber hinaus erklärt Katrin den Vesikeltransport in Zellen und einen interessanten neuen Denkansatz zum Thema CO2-Steuer. Viel Spaß beim Hören!

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⬇ Downloads: MP3 (62 MB) AAC/M4A (43 MB) Opus (34 MB)

Sendungsnotizen

Wissenschaftsnachrichten

Plastisphäre als Lebensraum

Wüstenfarming mit Sonne & Meerwasser

  • Ein Düngemittelproduzent in Qatar betreibt scheinbar erfolgreich eine neue Versuchsanlage/Treibhaus zum Thema Ackerbau in der Wüste
  • Aus Meerwasser, Sonnenlicht , und vermutlich Düngemittel wurden Energie, Salz und Biokraftstoff gewonnen, sowie drei Ernten mit insgesamt 75kg Gemüse pro m² eingefahren
  • Das Meerwasser wird gleichermaßen zur Kühlung des Gewächshauses wir zum Bewässern der Planzen genutzt. Die Kühlung hatte den Nebeneffekt, dass selbst außerhalb des Gewächshauses bessere Bedingungen für das Pflanzenwachstum herrschten
  • Eine neue Testanlage soll größer werden, und 60ha würden vermutlich ausreichen, die Versorgung von ganz Qatar mit verschiedenen Gemüsesorten sicher zu stellen

Harvard Clean Energy Project

  • Modellierung der elektronischen Eigenschaften von Molekülen für organische Solarzellen (OPV)
  • traditionell: Zyklus aus Synthese, Messungen & Optimierung => testbarer chemischer Raum begrenzt
  • virtuelles High Throughput Screening von 2.3 Mio Kandidatenmolekülen im World Community Grid
  • Berechnungsgrundlage: Dichtefunktionaltheorie
  • Modellierung bestätigte einige bekannte Strukturen als gut geeignet für OPV
  • 1,5% / 35k Substanzen hatten Power Conversion Efficiency > 10%
  • beste: 0,04% / 1k Substanzen: 11% PCE
  • Technikpessimismus: Energieverbrauch bei Entwicklung & Etablierung “grüner” Technologien => Energie gar nicht erst verbrauchen ist der beste Umweltschutz

Traumatische Erlebnisse bei Elefanten

  • Es gibt angeborene und angelernte Verhaltensweisen
  • Für das Erlernen von Verhaltensweisen ist das soziale Umfeld entscheidend
  • Inwiefern das Zerrütten sozialer Verhätlnisse ganze Populationen beeinträchtigen kann, zeigt nun eine Studie an afrikanischen Elefanten
  • Hintergrund: selective culling als conservation/management tool (1960er-1990er)
  • Verpflanzung der übriggebliebenen jungen Tiere (4-10 Jahre) nach Pilanesberg, welche im Anschluss häufig verhaltensauffällig waren
  • Vergleich der Reaktionen auf simulierte Gefahr mit der vergleichsweise unangetasteten Elefantenpopulation in Amboseli
  • Den Elefantengruppen in Pilanesberg fehlten entscheidende Verhaltensmuster, die sie normalerweise von den älteren Tieren in der Gruppe lernen, und die sie nun auch nicht an ihre Jungen weitergeben könne
  • Der traumatische Effekt der selektiven Tötung von Elefanten hält also noch an
  • siehe auch: http://www.spiegel.de/panorama/indien-zug-rast-in-elefantenherde-und-toetet-mindestens-fuenf-tiere-a-933543.html

Antrag auf marines Schutzgebiet in Ross Sea, Antarktika gescheitert

  • Dahinter steht die CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources), das sich aus Vertretern der EU und 24 weiteren Nationen zusammensetzt
  • Antrag der USA, NZ, und EU, 1.25 Mio km² zum marinen Schutzgebiet (ehemals waren drei Gebiete in der Antarktis vorgesehen, und die Größe der Gebietes in der Ross Sea wurde im Vergleich zu vormaligen Anträgen schon wesentlich reduziert)
  • Geblockt von Russland und der Ukraine
  • Scheint, als wären die Verlockungen von reichen Fischgründen zu groß. Dabei haben marine Schutzgebiete nachweislich den Effekt, umliegende Fischgründe durch Abwanderung lukrativer werden zu lassen

Wie geht es Dir? Auf tierisch!

  • Am Hintern des Gegenübers zu schnüffeln gibt Auskunft über die letzten Mahlzeiten, den Reproduktionsstatus, und über den Gesundheitszustand
  • Hunde und Mäuse nutzen das aus, warum also nicht auch Stockenten, die ein häufiger Träger der Influenza A-Viren sind
  • Experiment: Enten werden infiziert (H5N2), deren Hinterlassenschaften gesammelt, und Mäuse auf das Erschnuppern des Gsundheitszustandes trainiert
  • Da das gut funktioniert, gibt es wohl einen geruchlichen Unterschied, der vor allem auf eine veränderte Konzentration von 3-hydroxy-2-butanone zurückzuführen ist
  • Das bietet allerdings keinen Aufschluss darüber, ob Stockenten das ebenso können, und ausnutzen
  • Eine weitere Möglichkeit wäre das durch Krankheit möglicherweise veränderte Verhalten
  • Originalartikel: Kimball BA, Yamazaki K, Kohler D, Bowen RA, Muth JP, et al. (2013) Avian Influenza Infection Alters Fecal Odor in Mallards. PLoS ONE 8(10): e75411

Themen

Nobelpreisandockthema: Knuffige Motorproteine

Psychologische Probleme des Klimaschutzes & Neues CO2-Steuermodell

Anpassung des Gehirns an Super Mario

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